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Am 29.März 1958 kam ich in Erlenbach am Main zur Welt – vierzehn Tage zu früh, weil sich meine Mutter beim Unkrautjäten übernommen hatte.

Einen Kindergarten habe ich nie besucht (deswegen bekam ich auch erst mit Anfang Zwanzig die Windpocken!) Ich habe noch zwei Geschwister, die aber einige Jahre älter sind als ich. So war ich früh daran gewöhnt, mich alleine zu beschäftigen. Vielleicht habe ich daher eine so ausgeprägte Phantasie.

Meine Mutter erzählte mir vor dem Einschlafen gerne Märchen. Wenn sie das Licht ausgemacht hatte, dann erzählte ich mir das Märchen noch einmal – diesmal aber anders. Jetzt war ich die Prinzessin, die die tollen Abenteuer erlebte.

Auch mein Vater erzählte mir Geschichten, um mich dazu zu bewegen, mit ihm spazieren zu gehen (was ich grundsätzlich erst einmal langweilig fand). Meine Oma versprach nur immer, mir Geschichten zu erzählen – und tat es nie. Das hat mich fast wahnsinnig gemacht.

Sobald ich lesen konnte, verschlang ich alle Geschichten, die ich in die Finger bekam. Kein Buch war vor mir sicher! Leider herrschte bei uns zu Hause Mangel an Büchern, und eine große Bücherei gab es zu dieser Zeit auch nicht in Erlenbach. Ich wünschte mir immer Bücher zu Weihnachten. Doch ich bekam meistens Handtücher oder Bettwäsche – für meine Aussteuer!

Schon früh stand für mich fest, dass ich selber einmal Bücher schreiben wollte – denn ich konnte mir nichts Schönes vorstellen. (Das kann ich übrigens heute auch noch nicht!) Ich fing an, kleine Geschichten und Gedichte in ein Schulheft zu schreiben.

Mit zwölf Jahren sparte ich mein Taschengeld und kaufte mir von dem Geld eine Schreibmaschine. Dann legte ich los und tippte meinen ersten Krimi (es ging um Rauschgift und wilde Verfolgungsjagden, und es kamen mindestens fünf Leichen in der Geschichte vor!). Leider wollte der Verlag, an den ich die Geschichte damals geschickt hatte, das Buch nicht drucken, was mich sehr gekränkt hat. Aber immerhin ermunterte man mich, mit dem Schreiben weiter zu machen, aus mir könnte mal eine „gute Schriftstellerin“ werden …

So schnell erfüllte sich mein Wunsch nach einem eigenen Buch also leider nicht. Aber ich bin jemand, der nicht so schnell aufgibt.

Nach dem Abitur, mit neunzehn, fing ich an, in Stuttgart Bibliothekswesen zu studieren. Ich spezialisierte mich auf den Bereich Kinderbibliothek, und die Beschäftigung mit Kinder- und Jugendliteratur hat mir sehr viel Spaß gemacht. Während meines Studiums entstand ein Vampirroman, den ebenfalls kein Verlag haben wollte. Nach ein paar weiteren vergeblichen Schreib-Versuchen hat es endlich geklappt. Ich war fünfundzwanzig Jahre alt, als meine ersten Bücher gedruckt worden sind (das war 1983), und ich erinnere mich noch genau an das Glücksgefühl, als ich „meine“ Bücher zum ersten Mal in der Hand hielt.

Inzwischen hatte ich auch geheiratet, und wir wohnten wieder in Erlenbach. 1983 kam meine Tochter Christiane zur Welt, 1985 mein Sohn Benjamin. Und ich schrieb und schrieb …

Meine Kinder sind inzwischen erwachsen, und es gibt sehr viele Bücher von mir, die in circa zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Das Schreiben macht mir noch immer genauso viel Spaß wie früher, und ich habe nicht den Eindruck, dass mir die Ideen ausgehen, im Gegenteil …